Die Küchentrends der LivingKitchen 2019

Anregungen zum Wohnen

Offenes Wohnen liegt im Trend. Das bedeutet, dass auch die Küche neue Wege geht. Zur Funktionalität gesellt sich eine aufgeräumte, minimalistische Klarheit – nicht nur bei den grifflosen Küchen. Wohnlichkeit steht im Vordergrund, und die ist vor allem eins: vielfältig und sehr persönlich. Entsprechend abwechslungsreich präsentierten sich die Planungen, die auf der LivingKitchen 2019 zu sehen waren. Obwohl nicht jeder große Hersteller auf der Messe vertreten war, gab es für das internationale Publikum eine Menge Anregungen zum Wohnen von heute, aber auch für morgen.

Eine offene Gestaltung bestimmt auch die Wohnvision 'Das Haus' auf der LivingKitchen 2019. Die Macher vom Studio Truly Truly platzieren die aufs Wesentliche reduzierte Küche im Zentrum der 180 Quadratmeter großen Wohnfläche.
Eine offene Gestaltung bestimmt auch die Wohnvision ‚Das Haus‘. Die Macher vom Studio Truly Truly platzieren die aufs Wesentliche reduzierte Küche im Zentrum der 180 Quadratmeter großen Wohnfläche.

Moderne Klassik

Es findet eine Rückbesinnung auf den Zeitgeist der Weimarer Republik statt, sagt Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) im Zusammenhang mit einer kürzlich veröffentlichten Wohnstudie. In diesem Jahr feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Nicht nur beim Grafikdesign sind jetzt Elemente des Art déco und der Retrolook vorherrschend, auch bei den Wohnmöbeln spiegeln sich diese Einflüsse.

Klare Linien und eine reduzierte Formensprache, Farbkontraste und edle Materialien – allen voran Gold und Messing – finden sich 2019 auch in den Küchen wieder. Immer mehr sieht man offene Regale und Vitrinen, die durch atmosphärisches Licht zusätzlich in Szene gesetzt werden. So lassen sich auch dekorative Elemente schön präsentieren.

Klare Linien und metallische Akzente wie man sie vom Art Déco her kennt verhelfen der Klassik zu einem Comeback, wie die LivingKitchen 2019 zeigt.
Klare Linien und metallische Akzente wie man sie vom Art déco her kennt verhelfen der Klassik zu einem Comeback.

Raus aufs Land

Vereinzelt finden sich Landhausküchen – ein Dauerbrenner in der Einrichtung, der in den letzten Jahren jedoch zumindest hierzulande ein Schattendasein fristete, während grifflose Planungen ihren Siegeszug antraten. Auch hier sind Rahmentüren anzutreffen, jedoch ist der Look insgesamt romantischer, verspielter und rustikaler. Holz spielt eine große Rolle. Umso mehr, als dass dieser Rohstoff wieder verstärkt und in seiner ganzen Vielseitigkeit zum Einsatz kommt.

Holz gehört zur rustikalen Landhausküche. Auch die zeigt sich auf der LivingKitchen 2019 wohnlich und individuell.
Holz gehört zur rustikalen Landhausküche. Auch die zeigt sich wohnlich und individuell.

Nachhaltigkeit ist auch in der Küche Trumpf. Das zeigt sich nicht nur in der Verwendung von Materialien wie Holz, sondern auch im Bewusstsein für eine gesunde Ernährung und den schonenden Umgang mit Ressourcen. Pflanzen sind fester Bestandteil der Wohnräume und vermehrt auch in der Küche anzutreffen. Hier liegt der Fokus allerdings eher auf frischem Grün für den Kochtopf. Von beleuchteten Kräuterregalen bis hin zu ausgefeilten Anzuchtmöglichkeiten für den passionierten Indoor-Gärtner ist alles dabei.

Streetfood-Festivals liegen voll im Trend. Eines der Highlights auf der LivingKitchen 2019 war dementsprechend der Food Market.
Streetfood-Festivals liegen voll im Trend. Eines der Highlights auf der LivingKitchen 2019 war dementsprechend der Food Market.

Wenngleich der Garten in die Küche kommt, zieht es uns doch ganz offensichtlich auch vermehrt nach draußen. Nicht nur den Streetfood-Trend hatten die Macher der LivingKitchen 2019 mit dem ‚Food Market‘ aufgegriffen. Auch Outdoorküchen war ein großer Teil der Ausstellungsfläche gewidmet. Neben speziellen Küchenkonzepten für den Garten, die verschiedene Hersteller zur Schau stellten, hatten sich hier auch die Teilnehmer des ‚Pure Talents‘-Wettbewerbs Gedanken gemacht.

Ein Gewinner bei den 'Pure Talents' in der LivingKitchen Selection: So sehen die Nachwuchs-Designerinnen Lena Ohmstede und Larissa Siemon ihre Outdoorküche.
Ein Gewinner bei den ‚Pure Talents‘ in der LivingKitchen Selection: So sehen die Nachwuchs-Designerinnen Lena Ohmstede und Larissa Siemon ihre Outdoorküche.

Smart in die Zukunft

Apropos Designer von morgen: Schon heute gibt es Visionen davon, wie wir in der Zukunft wohnen werden. Dabei spielt die Technik eine immer größere Rolle. Effizient und nachhaltig steuert sie unser vernetztes Leben, auch in der Küche. Dort sollen zum Beispiel künftig Drohnen den Einkauf liefern. Schon jetzt lassen sich verschiedenste Bereiche der Küche per Sprachsteuerung regeln, wie zum Beispiel das Licht.

Die Initiative 'Let's be smart' zeigt auf der LivingKitchen 2019 die real begehbare Vision eines vernetzten Hauses auf Basis der technischen Möglichkeiten von heute.
Die Initiative Let’s be smart zeigt die real begehbare Vision eines vernetzten Hauses auf Basis der technischen Möglichkeiten von heute.

Mit der ‚Future Kitchen‘ hat der Schweizer Designer Alfredo Häberli seine Vision der Küche von morgen verewigt. Auf einer offen gestalteten Wohnfläche von 160 Quadratmetern bildet sie das Herzstück des Hauses. Hier vermischen sich das sinnliche Erleben, zum Beispiel beim Laufen über verschiedene Untergründe, mit virtuellen Eindrücken. ‚Augmented Reality‘ heißt das Stichwort. Mittels einer App und eingelesener Codes komplettiert sich erst die Einrichtung. Natur und Technik stehen hier Seite an Seite. Dabei spielen ein knapper werdener Wohnraum, Flexibilität und Nachhaltigkeit eine tragende Rolle. Wer ins Detail gehen möchte, dem sei ergänzend dieser Artikel der Neuen Zürcher Zeitung empfohlen.

Die LivingKitchen 2019 wagt den Blick in die Zukunft: Die 'Future Kitchen' von Alfredo Häberli bildet das Herz des 160 Quadratmeter großen Wohnraumes und erwacht durch 'Augmented Reality' erst richtig zum Leben.
Die ‚Future Kitchen‘ von Alfredo Häberli bildet das Herz des 160 Quadratmeter großen Wohnraumes und erwacht durch ‚Augmented Reality‘ erst richtig zum Leben.

Maximaler Wohnkomfort

Gucken wir in die Küchen der Gegenwart, so stellen wir fest: Der Minimalismus hat Einzug gehalten. Beim Komfort darf es allerdings ruhig ein bisschen mehr sein. Ob elektrisch betriebene Türen und Auszüge, die bereits erwähnte Sprachsteuerung, leistungsfähige E-Geräte und Zubehör, das keine Wünsche offenlässt – Arbeiten in der Küche ist so bequem und ergonomisch wie nie.

Die hypermoderne Küche ist zumeist grifflos oder zumindest puristisch, mit niedrigem Sockel, hohen Schränken und dünner Arbeitsplatte, in der Kochfelder und Spülen bündig eingelassen sind und so kaum auffallen. Kulissentüren sind beliebt, denn sie geben erst bei Bedarf den Blick auf die Ausstattung frei. Geschlossen lassen sie den Raum aufgeräumt wirken und lenken den Blick auf hochwertige Oberflächen. Gemasertes Holz, Zement und Metall stehen hier nach wie vor hoch im Kurs und zitieren den beliebten ‚Industrial Style‘. Zumeist dunkle Naturtöne und Grau in allen Schattierungen bestimmen das Bild.

Grau in allen Schattierungen gehört auch in der Küche zu den Trendfarben. Zement als eines der angesagten Materialien bei der Oberflächengestaltung passt hier perfekt.
Grau in allen Schattierungen gehört auch in der Küche zu den Trendfarben. Zement als eines der angesagten Materialien bei der Oberflächengestaltung passt hier perfekt.

Ein weiterer Trend auf der LivingKitchen2019: Hauswirtschaftsräume. Auch sie tragen zum Komfort bei, indem sie zusätzlichen Stauraum schaffen und einige der Funktionen aus der Küche in einen angrenzenden Raum übertragen. Hier ist dann Platz für die Waschmaschine nebst speziellem Wäscheschrank, aber auch für Getränkekisten oder eine Spüle. Viele Küchenhersteller haben ihr Angebot entsprechend erweitert und planen den Hauswirtschaftsraum aus einer Hand gleich mit.

Für den Hauswirtschaftsraum zeigen Küchenhersteller auf der LivingKitchen 2019 passende Schrank- und Stauraumlösungen bereit. So ist in der Küche mehr Platz für wohnliche Eleganz.
Für den Hauswirtschaftsraum halten viele Küchenhersteller passende Schrank- und Stauraumlösungen bereit. So ist in der Küche mehr Platz für wohnliche Eleganz.

Küchenmöbel – nicht nur für die Küche

Wo Funktionalität nicht offen zur Schau gestellt wird, steht automatisch Wohnlichkeit im Vordergrund. Als neuer alter Lebensmittelpunkt ist die Küche zum vollwertigen Wohnraum geworden. Nicht selten verschmilzt sie mit dem angrenzenden Ess- oder Wohnbereich und dient gar repräsentativen Zwecken. Fließende Übergänge lassen sich mit offenen Regalen, aber auch mit Tischlösungen oder Sitzbänken gestalten. Wie diese Ideen individuell umgesetzt werden können, war auf der Messe anschaulich zu sehen.

Küche und Wohnbereich gehen oftmals fließend ineinander über. Hier ist es gut, wenn der Handel Planungsvorschläge zur Gestaltung macht. Endkunden nehmen diese begeistert auf, hat die LivingKitchen 2019 gezeigt.
Küche und Wohnbereich gehen oftmals fließend ineinander über. Hier ist es gut, wenn der Handel Planungsvorschläge zur Gestaltung macht. Endkunden nehmen diese begeistert auf, hat die LivingKitchen gezeigt.

Manchen Ausstellern zufolge zeigten gerade Endkunden während der Publikumstage ein großes Interesse an solchen Anregungen für die ganz persönliche Küchenplanung. Inspiration für zuhause – neben einer kompetenten Beratung ist sie auch im Küchenstudio wichtiger Bestandteil des Verkaufsprozesses. Kreativ gestaltete Musterküchen zeigen die Vielseitigkeit des Produkts und beweisen planerische Kompetenz. Und so konnten die Küchen auf der LivingKitchen 2019 auch den rund 150.000 Besuchern aus 145 Ländern viel Inspiration für das eigene Küchenstudio mit auf den Heimweg geben.

Küchenmöbel sind Wohnmöbel. Deshalb sind sie bestens dazu geeignet, den angrenzenden Wohnbereich gleich mitzugestalten - für Planungen aus einem Guss, wie hier auf der LivingKitchen 2019.
Küchenmöbel sind Wohnmöbel. Deshalb sind sie bestens dazu geeignet, den angrenzenden Wohnbereich gleich mitzugestalten – für Planungen aus einem Guss.

Wer mehr zu den aktuellen Wohntrends lesen möchte, findet dazu Informationen in meinem Artikel zur imm cologne 2019. Auch dort gab es viel zu entdecken.

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